Meine Elfenastrilde


von Werner Bittner


Im Mai 2005 habe ich mein erstes Paar Elfenastrilde (Estrilda erythronotos) gekauft,da ich der, Meinung war, dass in meinen beiden Volieren noch Platz für eine weitere Vogelart sei. Das erstandene Paar ließ sich visuell sehr gut unterscheiden. Das Männchen war ein recht dunkler Vogel mit einem deutlich rot überhauchten Gefieder, während das Weibchen sich als wesentlich hellerer Vogel mehr in Grautönen fast ohne rot darstellte.
Ich setzte die beiden also in den Innenraum der mit Zentralheizung ausgestatteten Voliere, die mit Naturzweigen von Korkenzieherweide, Taxus und einem Topf Kastanienwein eingerichtet war. Im oberen Bereich waren fünf Nistkästen in etwa 2m Höhe angebracht. Die Temperatur innen betrug zwischen 17°C und 22°C. In der Voliere waren weiterhin 1,1 Forbes PA , 1 ,1 Goldbrüstchen und 1,1 Mosambiquegirlitze untergebracht.

Nach zirka 2 Wochen Eingewöhnung habe ich dann den Ausflug geöffnet, und die ganze Bande konnte nun auch in die Außenvoliere, die 1,60m breit, 2,60m lang ist und etwa 2,50m

Höhe hat. Die Voliere kann bei schlechtem Wetter fast vollständig geschlossen werden mit durchsichtigem Material. Sie ist eingerichtet mit einer Esche, Bambus, Korkenzieherweide.

Zur Fütterung kam eine Exotenmischung mit kleinkörniger Hirse, Waldvogelfutter, Nigersaat, rote Kolbenhirse, Aufzuchtfutter für Kanarien (Eifutter gelb) und weiße Mückenlarven lebend im Wasser, die Körner naturlich auch gekeimt, Insektenmischung für Fasanenaufzucht nicht zu vergessen. Auch halbreife wilde Hirse, Breitwegerich, Nachtkerze und Vogelmiere sowie halbreife Gräser wurden gefüttert.

Ende Juli begannen meine Elfen in der Innenvoliere zum ersten Mal mit dem Nestbau. In etwa 1,3m Höhe wurden vor allem feine Grashalme im dichten Gezweig zu einem kugelförmigen Nest verbaut, geschickter weise sehr dicht an der Wand und mit der Einflugröhre, die in die Nestkugel total integriert war, in Richtung Wand. So war ich nicht in der Lage, irgendeine Kontrolle auszuführen. Keiner der beiden verschwand zum Brüten.
Dann war Schluss, und ich riss das Nest mühsam nach 4 Wochen aus dem Geäst.

Mitte September begannen sie wieder zu bauen. Diesmal wurden hintereinander 3 Nester gebaut, alle am gleichem Fleck voreinander und darauf. Bald war auch nur noch ein Vogel zu sehen, und ich nahm an, dass sie brüten. Weil ich keine Nistkontrolle durchführen wollte und konnte, befürchtete ich schon das Schlimmste, als plötzlich nach 20 Tagen wieder beide Altvögel durch die Voliere flogen. Schlagartig erhöhte sich der Verbrauch der weißen Mückenlarven.


In den ersten Novembertagen verließen drei Junge das Nest, die unscheinbar grau gefärbt waren, nur die Federpartieen,die später schwarz werden, waren schon schwärzlich angedeutet. In der Jugendmauser wurden dann alle drei fast ganz schwarz. Da aber die Goldbrüstchen und auch die Elterntiere ihre normale Farbe behielten, nahm ich an, dass ich Schwärzlinge nachgezogen hatte. Bei gleicher Beleuchtung färbten sie aber während der Mauser ins Erwachsenengefieder wieder in normale Farbe um. Leider verlor ich dabei einen Jungvogel und ende März starb dann auch die Zuchthenne. Durch die Bemühungen eines Zuchtfreundes konnte ich aber weitere 1,1 Elfen erstehen.

Nach dem Einsetzen in die Voliere musste ich feststellen, dass das Weibchen den Hahn, der in ihrer Voliere flog, verfolgte und ständig Rufkontakt zum Hahn in der Nachbarvoliere hielt. Erst nach dem Austausch der Hähne kam Ruhe in die Voliere und das Zuchtgeschehen nahm seinen Lauf, so dass auch in diesem Jahr (2007) 4 Jungtiere aus zwei Bruten durch die Voliere flogen. Inzwischen fliegen die Elfenastrilde selbst bei Temperaturen um 10°C alle in die Außenvoliere und bewegen sich lebhaft und schlank durchs Geäst.

Im Jahr 2008 starb dann der Zuchthahn in einem Nest mit 6 Eiern. In meiner Not bot ich der Zuchthenne wieder den einst verschmähten Hahn an und siehe da, 3 Jungvögel flogen aus. Ein junges Weibchen verstarb nach einem Jahr. Trotzdem konnte ich ein zweites Paar zusammenstellen.Das alte Paar hat 2009 erst in der dritten Brut wieder 3 Jungvögel aufgezogen.
Das junge Paar hat auch schon Nester gebaut, doch jedes Mal zu Legebeginn bekam die Henne eine leichte Legenot, die sich zweimal mit mit Infrarotlicht beheben ließ. Damit war aber jedes mal das Legen beendet. Nach einer längeren Pause von 3 Monate sitzt sie nun auf einem Gelege und ich hoffe auch bei diesem Paar auf Nachzucht.

So hoffe ich, dass mir meine Elfen noch lange erhalten bleiben und mit ihrem lebhaften Verhalten weiter Freude bereiten.

Beitrag von
Werner Bittner